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Voodoo

Wortherkunft
Jedes Jahr am 10. Januar kommen in Benin Tausende Menschen aus aller Welt zusammen, um das große Voodoo-Fest - den offiziellen Feiertag Benins - vor dem "Tor der Nie Wiederkehr" zu feiern.

Es gibt diverse Schreibformen für diesen Begriff, da er nicht systematisch festgelegt wurde. Es existieren somit Formen wie Wodu, Wudu, Vodún, Voudou, Vodoun, Voodoo oder VooDoo. Aufgrund der außergewöhnlich vielen Schreibweise haben wir uns für die Form "Voodoo" entschieden und hoffen, dass die Mehrheit sich dieser anschließen wird.

Das Wort selbst hat, wie auch die Religion Voodoo, seine Wurzeln in Westafrika. Es ist die Abkürzung für den Satz "wo bo du", welcher aus dem Fon, einer westafrikanischen Sprache stammt. Übersetzt heißt er so viel wie:

Lehne dich zurück und hole aus der Natur jene Kraft, welche zum Zweck der Erhebung deines Geistes zu Gott notwendig ist.

Priester
Seine Heiligkeit DAAGBO Hounon Hounan (+) Oberster Voodoopriester von Benin bis 2004

Voodoo-Priester vermitteln ihr Wissen nur mündlich von Generation zu Generation und bewahren es als tiefes Geheimnis. Es gibt keine Aufzeichnungen !

Leider finden sich deshalb oft genug Scharlatane, die durch die Welt ziehen und gegen viel Geld falsche Rituale im Namen des Voodoo zelebrieren, die nichts mit dieser Religion zu tun haben.

Die Aufgabe der Voodoo-Priester besteht darin, die in der Natur und im Menschen vorhandenen Kräfte zu wecken und nutzbar zu machen. Zum Beispiel für Glück auf materieller und auf spiritueller Ebene, Fruchtbarkeit, Liebe und Harmonie. Er kann seine Magie aber auch für die Herbeiführung von Unglück und Leid missbrauchen.

Seine Königliche Hoheit Prinz Bokpe von Allada und Seine Heiligkeit DAAGBO Hounon Hounan folgen aufmerksam dem Geschehen des Voodoofestes 2001 in OUidah - Republik Benin
Fetische

Fetische sind mit magischer Kraft versehene Gegenstände oder Figuren, die um Hilfe aufgerufen werden. Sie sind Sitz und Symbol von Gottheiten und tragen einen Namen.

Der Bocio ist ein im Voodoo verbreiteter figürlicher Fetisch, der in vielen Formen und Variationen hergestellt wird.

Oft kennt nur der Hersteller des Bocios dessen wahren Zweck und Funktion. Fetische sollen gute Geschäfte gewährleisten, das Böse abwehren, Kinder beschützen, vor bösen Träumen bewahren, Fruchtbarkeit garantieren, Wohlstand mehren und schützen. Fetische werden aber auch zur Bekämpfung von Feinden eingesetzt.

Legba

Legba der Götterbote

Gbêdoto ist die göttliche Macht des Universums, die sich selbst geschaffen hat und permanent neu schafft. Dies geschieht mit Hilfe von Acê, der schöpferischen Energie.

Die Götter des Voodoo sind Abkömmlinge von Acê. Am Anfang standen Mawu und Lissa. Sie hatten 14 Kinder, die mit übernatürlichen Kräften ausgestattet waren und ihrerseits Kinder zeugten. So sind mindestens 260 Götter entstanden.

Legba ist der Götterbote. Seine Aufgabe besteht darin, die Verbindung zwischen der übersinnlichen und realen Welt aufrecht zu erhalten. Er hat die Macht, Leben zu zeugen und zu zerstören.

Tanz

Alljährlich beginnt am 10. Januar in Benin das internationale Voodoo-Festival. Die animistische Religion des Voodoo ist weit über 4.000 Jahre alt und gelangte mit den Sklaven nach Brasilien, Cuba, Jamaica, Haiti und in die USA. Heute zählt die Voodoo-Gemeinde weltweit mindestens 80 Millionen Anhänger und viele nutzen die Gelegenheit anlässlich des Voodoo-Festivals, das Ursprungsland ihres Glaubens zu besuchen.

Das Voodoo-Festival ist auch ein freudiges Fest. Mit uns haben Sie die für Außenstehende seltene Gelegenheit, an einem solchen Fest teilzunehmen und den wunderbaren, farbenfrohen und mit erregendem Rhythmus geladenen Tänzen aus nächster Nähe beizuwohnen.

Vibrationen

Lassen Sie sich vom Rhythmus der Trommeln verzaubern

Trommeln erzeugen Vibrationen und öffnen den Geist. Geben Sie sich dem Rhythmus der Trommeln hin und erschließen Sie sich die ungeahnten Tiefen Ihrer Seele.

Ein Besuch des Voodoo-Festivals wird zum unvergesslichen Erlebnis!

Trance

Trance - Eine unbekannte Bewusstseinssphäre

In Benin sind die Voodoo-Zeremonien seit Jahrtausenden weitgehend unverändert geblieben.

Voodoosi ist ein Medium. Die Voodoosi sagen, während der Trance sei ein Gott oder der Geist eines Ahnen in sie gefahren. Die Trance wird meist durch rituellen Tanz eingeleitet - ohne Einsatz von Drogen. Doch kann eine Besesssenheits-Trance auch ganz spontan erfolgen, auch bei Kindern und Nicht-Voodoosi. Bei älteren Voodoosi und bei Priestern läuft die Trance meist in tiefer Ruhe ab.

Die Voodoosi sagen auch, Trance verhelfe zu den stärksten und eindrucksvollsten Gefühlen, denen ein Mensch fähig sei.

Opfergaben

In unserem Universum befindet sich alles in einer Form von Geben und Nehmen, also Energieumwandlung oder Austausch. Das wird in unserer Religion Voodoo durch Opfergaben zum Ausdruck gebracht. Es bedeutet: wenn man etwas haben möchte, muss man etwas aufopfern. Es kann materiell oder geistig sein.

Wenn man durch die Kräfte des Voodoo etwas erreichen will, begibt man sich in der Regel in eine Kultstätte oder zu einem Priester und opfert etwas von sich. Es entsteht ein Energieaustausch. Man kann in der Regel kleine Dinge opfern, wie zum Beispiel Kolanüsse, Getränke etc. und auch Geld. Mit dem Opfer begibt man sich gemeinsam in ein Gebet oder entsprechendes Ritual, d. h. eine Einstimmung mit den unsichtbaren Kräften.

Oft beendet man diese Zeremonie mit einem Versprechen, zum Beispiel wenn der erwünschte Zustand erreicht ist. Das wird alles mit dem zuständigen Priester abgestimmt. Ein Versprechen kann beispielsweise eine Ausstattung einer Feier zu Ehren Gottes oder eine großzügige Spende für notleidende Menschen sein.

So wie wir Menschen sind, wird oft nach dem Erreichen des gewünschten Zustandes das Einlösen des Versprechens vergessen. Man sollte darauf achten, dass diese Situation nicht zum Trauma wird. Es gilt ein Naturgrundsatz: "Wer gibt, der verliert nie".

Tieropferung

Rituelle Tieropferung in Afrika

Rituelle TieropferungLeben ernährt Leben, Leben führt Leben aus, Leben kriegt Leben, Leben hält Leben. So lautet ein typisch afrikanisches Sprichwort. Die Schlachtung von Tieren ist somit auch in Afrika üblich, da sie für die menschliche Existenz unabdingbar ist. Neben dem reinen Verzehr werden sie allerdings auch zu rituellen Zwecken geopfert. Die Tiere werden nicht etwa nach landläufiger Meinung westlicher Vorstellung einfach nur irgendwie umgebracht und den Göttern dargeboten. Nein, vielmehr handelt es sich hierbei um einen aufwendig gestalteten und sentimental eingerichteten Prozess, welcher strengen Regeln unterliegt damit den Tieren eine schonende Vorbereitung und anschließend ein schneller und kaum spürbarer Exitus gesichert werden kann.

Vor der Opferung erhält so beispielsweise eine Ziege eine gründliche Reinigung nebst Parfümierung. Dabei kommt das Wohlergehen des Tieres nicht zu kurz. Es darf sich noch einmal satt fressen und trinken. Tritt jedoch der Fall ein, dass das Tier die Futteraufnahme verweigert, so ist dies ein Zeichen dafür, dass es noch nicht bereit ist. Augenblicklich muss hierbei das Opfertier verschont und durch ein anderes ersetzt werden.

Vor dem eigentlichen Verfahren der Opferung kommen viele Helfer zum Einsatz. Dies soll einen rapiden und reibungslosen Verlauf gewährleisten. Einer hält das Maul des Tieres zu. Ein weiterer hält die Extremitäten und hebt sie an. Ein durch Erfahrung erprobter Dritter führt schließlich eine scharfe Klinge zielgenau durch die Halsschlagader der Ziege. Durch die geneigte Haltung und dem zugehaltenen Maul kann das Blut in Sekundenschnelle Herausfließen und das Tier erfährt ein schnelles und schonendes Ableben ohne von der Prozedur auch im Geringsten etwas mitzubekommen. Die beteiligten Helfer schauen dabei ehrfurchtsvoll weg, denn auch wenn sie wissen, dass der Opfergabe kein Leiden widerfährt, so tun sie dies dennoch aus Respekt. Respekt vor dem Leben. Dies kommt besonders kurz vor der Opferung zum Ausdruck, indem sich alle Beteiligten für Ihre bevorstehende Tat persönlich bei dem Tier entschuldigen. Denn Leben ernährt Leben und soll und muss auch bei einer rituellen Opferung geachtet werden.

Heilung

Die heilende Kraft des Voodoo

Voodoo-Priester sind oft auch Heiler. In Benin nennt man sie Azongbeto. Sie verfügen über eine breite Palette an Kräutertonika, Geheimrezepten, Zauberformeln und magischen Gegenständen.

Nach animistischen Glauben werden Krankheiten durch Hexenzauber verursacht und können daher nur durch entsprechende Gegenmassnahmen geheilt werden.

Der Hexenglaube ist in Afrika tief verwurzelt. Selbst Akademiker, hohe Beamte, Minister und Regierungschefs glauben an die reale Existenz von Hexern. Das Vertrauen in traditionelle Heiler ist grösser als in westlich ausgebildete Ärzte.

Voodoo und Christentum

Die Himmlischen Christen

Diese Religion wurde 1947 von Samuel Oshoffa nach einer göttlichen Vision in Benin gegründet. Die Himmlischen Christen unterliegen einer strengen Hierarchie und Voodoo ist für sie Teufelswerk.

Dennoch bestehen viele Parallelen zwischen Voodoosi und Himmlischen Christen. Auch sie kennen die Trance als Mittel der göttlichen Offenbarung und glauben an Hexer !

Letztendlich beten trotz allen kulturellen Unterschieden Voodoosi und Christen zu dem selben Gott. Und anlässlich seines Besuchs von 1993 in Benin wurde dem Heiligen Vater aus Rom bescheinigt, einer der mächtigsten Azeto, d.h. Hexenheiler zu sein.

Das Land des VOODOO-Reise von Papst BenediktXVI

Das Land des VOODOO

Reise von Papst Benedikt XVI nach Benin - November 2011

In einer Ansprache in Benin betonte Papst Benedikt XVI: „Gott ist die Wahrheit.", und rief damit zur kulturellen und religiösen Toleranz auf. Dabei erwähnte er die besondere Rolle Afrikas als Hoffnungsträger der Welt (vgl. Ansprache im Präsidentenpalast von Cotonou vom 19. November 2011). Dies erklärte er am Beispiel einer Vielzahl afrikanischer Familien, deren Mitglieder verschiedenen Religionsrichtungen angehören, aber dennoch friedlich und liebevoll mit einander umgehen und leben.

In Benin ist dies ganz besonders zutreffend, denn obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dem Voodoo angehört, gibt es auch Anghörige anderer Religionsrichtungen wie z.B. dem Christentum und dem Islam, die aber dennoch alle friedlich zusammen leben. Darüberhinaus praktizieren viele Gläubiger anderer Religionen auch parallel den Voodoo. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der wahre Voodoo nicht mit anderen Religionen kollidiert, sondern eine Harmonie bilden kann. Denn im Endeffekt ist es unbedeutend welchen Namen eine Religion trägt und in welcher Form die Menschen ihre Gebete an Gott richten. Man findet stets Parallelen zwischen vielen Religionen, da es primär um den Glauben an einen universellen Gott, den Schöpfer, oder welche Bezeichnungen ihm im Laufe unserer Zeit in den verschiedensten Sprachen noch zugesprochen wurden, geht. Auch Voodoo ist eine monotheistische Religion, die den allumfassenden Gott „Mahu" verehrt.

Aus diesem Grund haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Afrika sogenannte afrikanische unabhängige Kirchen (African Independent Churches) gebildet, die ursprünglich von christlichen Kirchengemeiden abstammen und in verschiedenem Maße Elemente aus afrikanischen Religionen wie z.B. Voodoo integrieren, weil ihnen die christlichen Kirchengemeinden zu westlich erscheinen und ihren eigenen kulturellen und spirituellen Hindergrund unbeachtet lassen (vgl. African Independent Chruches).

Einigen dieser Gemeinden wird Synkretismus nachgesagt, doch wie kann dies synkretistisch sein, wenn doch in beiden Religionsrichtungen ein universeller Gott angebetet wird? Müsste es dann nicht wiederum viele dieser sogenannten „universellen" Götter geben, wenn doch jede Religion einen eigenen „universellen" Gott für sich beansprucht und würde das nicht wiederum eine Untermauerung des Heidentums bilden?

Papst Benedikt XVI hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die „Einheit der Christen in Afrika" angestrebt werden muss und die Priester diese neugebildeten afrikanischen unabhängigen Kirchen in ihrer Arbeit berücksichtigen sollen (vgl. AFRICAE MUNUS, Abschnitt 90).

Obwohl der Papst die „doppelte Zugehörigkeit" zu der traditionellen und der christlichen Religion von vielen Gläubigern als ein Problem ansieht, räumte er ein, dass der katholischen Kirche ein fundiertes Verständis der traditionellen afrikanischen Kulturen und Religionen für eine bessere Vermittlung der Spiritualität der Kirche fehlt und rief die Priester immer wieder zu einer tieferen Auseinandersetzung mit diesen auf (vgl. AFRICAE MUNUS, Abschnitt 92).

Darüberhinaus zitierte er aus der Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra Aetate, dass die Kirche „ ihre Söhne mahnt, daß sie mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern " sollen (vgl. AFRICAE MUNUS, Abschnitt 92).

In der Ansprache in Cotonou betonte er weiterhin: „Jede Person mit gesundem Menschenverstand begreift, daß die sachliche und respektvolle Zusammenarbeit der verschiedenen Kulturen und Religionen stets gefördert werden muß. Der wahre interreligiöse Dialog weist die menschlich egozentrische Wahrheit zurück, weil die einzige und alleinige Wahrheit in Gott ist." (vgl. Ansprache im Präsidentenpalast von Cotonou vom 19. November 2011).